Innensicht-Tour: Menschen, Unternehmen und Projekte in Wustermark

Über den Wipfeln von Wustermark

Der Tag in Wustermark begann um 5.15 Uhr mit einer Frühverteilung am Bahnhof Wustermark gemeinsam mit den Genossen Steven Werner und Kai Weber aus dem Havelland.

 

Wustermarker KiTa Tour

 

Das Ziel war es einerseits, die Herausforderungen der Einrichtungen und die Einrichtungen selbst kennenzulernen, aber auch einfach einmal danke zu sagen nach der Pandemiezeit und die wohlverdiente Wertschätzung den Erzieher:innen gegenüber  auszudrücken.

In der KiTa Sonnenschein nahm sich die Leiterin Andrea Müller viel Zeit für uns, führte uns durch ihre Anlage und erzählte: insgesamt betreuen 27 Erzieherinnen in der Sonnenschein 170 Kinder von der Krippe bis zur Vorschule. Dabei folgen sie einem Mix aus pädagogischen Ansätzen von Situationsansatz und Kneipp. Dieses Angebot steht den Eltern wochentags von 6 bis 17.30Uhr zur Verfügung. Personell, so Frau Müller, sei die KiTa gut aufgestellt. Aktuell habe man sogar drei Auszubildende. Herausfordernd sei gelegentlich die Personalplanung und die Essensplanung, welche in allen örtlichen KiTas durch den externen Anbieter Sodexo gegeben ist. Zudem seien die Nachwehen der Covid-19 Pandemie noch spürbar. Die KiTa hatte durchgängig Notbetreuung angeboten und findet nun  langsam in den Normalbetrieb zurück. Deswegen ist es leider aktuell noch nicht möglich Ausflüge oder Feste für die Kinder zu veranstalten und die Eltern dürfen das Gebäude nach wie vor nicht betreten. An Wünschen formulierte Frau Müller an das Gemeinderatsmitglied Steven Werner, dass sie gern die ganze Woche einen Hausmeister vor Ort hätte, um ihren Bedarf an Unterstützung zu decken, denn die aktuelle Regelung von zwei Mal wöchentlich drei Stunden sei bei weitem nicht genug. Es freut mich sehr zu sehen, dass das Haus so strukturiert und zuverlässig die Versorgung unserer Jüngsten gewährleistet.

 

Die nächste von uns besuchte Kita war die Zwergenburg in Priort. Die mit 30 Kindern betraute Einrichtung folgt im Gegensatz zur Sonnenschein einem altersgemischten und naturnahen Ansatz, der sich auf dem schönen Gartengelände sehr gut umsetzen lässt. Mit zwei KiTa- und einer Krippengruppen sind die fünf Erzieherinnen und eine Azubi gut beschäftigt. Obwohl man an dem Gelände und Gebäude sehr hinge, komme es wohl langsam an seine kapazitären Grenzen. Insofern freut man sich schon auf die Planung und den Bezug des angestrebten neuen KiTa-Gebäudes in Priort. Bei den darauffolgenden Kurz-Besuchen in der Kita Spatzennest und des Kitalands Elstals freuten die Belegschaften sich ebenfalls sehr über den mitgebrachten Kuchen und die Merci-Tafeln.

 

Abschließend besuchten wir den Hort der Grundschule und widmeten uns den etwas älteren Kindern. Dort werden von Frau Zemke und ihrem Team 280 Kinder in acht Gruppen à 36 Kindern klassen- und altersübergreifend betreut. Die Betreuung wird geleistet durch 15 Kolleginnen, zwei Auszubildende und zwei pädagogische Ergänzungskräfte. Die Kinder werden dort das ganze Jahr über von 6 bis 18Uhr. Zu beobachten sei, so die Leiterin Frau Zemke, dass durch den vermehrten Zuzug in den Ort die Kapazität des grade 2019 bezogenen Gebäudes langsam knapp würde. Daher sei man sehr gespannt auf den neuen Bildungscampus, den die Gemeinde Wustermark aktuell baut. Wünschenswert sei zudem ein höherer Personalschlüssel, der es zulässt, die Kinder pro Kopf und nicht nach einem fixen Zeitraster zu betreuen. Grade nach der langen Homeschooling-Phase würden rund 25% der Kinder Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die auf gestörte Vertrauensverhältnisse und ein verrohtes soziales Miteinander hindeuteten. Dem könne man mit einem Bereuungsschlüssel von 15 Kindern auf eine Erziehungskraft besser beikommen und das zumeist erschütterte Selbstvertrauen der Kinder wieder aufbauen. Diesen Wunsch gab Frau Zemke mir und Steven Werner mit. Ich sehe das genauso wie sie und will dieses Anliegen mit in den Bundestag nehmen.

Mein Eindruck der KiTa- und Betreuungslandschaft von Wustermark ist ein durchweg positiver mit vielen Unterschieden, einigen Herausforderungen, aber ganz besonders viel Herzblut. Toll!

 

Der Tag stand unter Stern des Engagements für Menschen – der Folgetermin war ein wirkliches Vergnügen und fand beim ESV Lok Elstal statt.

Der Vorsitzende Uwe Kreideweiß unterhält mit seinen beiden Mitarbeitenden ein Areal von 42.000qm auf dem ca. 450 Mitglieder regelmäßig Fußball spielen, Zumba, Yoga und Aora machen. Dabei engagieren sich 28 Trainer:innen ehrenamtlich, um den nach der Pandemie stark angewachsen Zuwachs betreuen zu können. Leider, so Kreideweiß, sei es zunehmend schwierig Ehrenamtliche zu finden. Die Pandemie habe da viel Schaden angerichtet. Trotzdem erzählte der Vorsitzende stolz, habe er noch nie ein Kind wegschicken müssen. Wartelisten gebe es nicht, denn alle ziehen beim ESV an einem Strang, um so viele Kapazitäten wie möglich zur Verfügung zu stellen. Zudem ist man sehr dankbar für die viele Unterstützung durch Sponsoren. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick und Sachspenden war es möglich das Gebäude komplett neu zu umzäunen, eine 400-m-Aschebahm zu bauen und eine elektronische Spielanzeige zu installieren. Man merkte sowohl im Gespräch als auch bei der Besichtigung des Areals, dass der Sportverein das Herzstück der Gemeinde ist. Alle sind mit Leib und Seele dabei – vorne weg Herr Kreideweiß selbst. Diese Art von Herzblut und Engagement begeistert und wurde beim Anschlusstermin bei der freiwilligen Feuerwehr Elstal ebenso sichtbar.

Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Elstal, Danny Bahnemann empfing mich gemeinsam mit seinen Kameraden und dem Bürgermeister Holger Schreiber. Die 30 aktiven Kamerad:innen, darunter 6 Frauen, decken ca. 100 Einsätze jährlich ab. Um den drängenden Nachwuchssorgen beizukommen wünsche man sich einerseits mehr Engagement von Landes- und Bundespolitik zur Wertschätzung von Ehrenamt. Wichtiger Faktor: Die Nachwuchswerbung zur langfristigen Sicherung der Tageseinsatzbereitschaft. Eine Kinder- und Jugendfeuerwehr hat die Wehr daher ins Leben gerufen. Mit ihren 40 Kindern ist sie damit die einzige in der Gemeinde Wustermark. Die Feuerwehr ist der kulturelle Motor von Elsal. Bei jeder Veranstaltung helfen die Kamerad:innen aus wo sie können. Dafür wünschen sie sich eine dringend benötigte neue Wache. Die alte ist nicht mehr zeitgemäß und platzt aus allen Nähten, doch im Land Brandenburg mangelt es dafür an Mitteln. Es bräuchte mindestens 6 Mio. € schätzt Danny Bahnemann für ein Gebäude, welches in der zunehmend wachsenden Gemeinde auf Dauer für Brandschutz sorgen könnte. Auch wünsche man sich ausdrücklich mehr Kameradinnen, aber das Arbeitspensum sei enorm und das Privatleben stünde immer hinten an, so die Männer. Nichtsdestotrotz schätzten sie sich sehr glücklich ihre Berufung in diesem Ehrenamt gefunden zu haben und sich in ihrem Ort so einbringen zu können. Der Wunsch nach mehr Fokus der Politik auf Ehrenamt und Brandschutz als Daseinsvorsorge fehle trotzdem. Der Besuch hat mich begeistert, berührt und zum Schluss barg mit dem Begehen und Ausfahren der 32m langen Drehleiter einen echten Höhepunkt.

Mein Dank gilt allen Beteiligten Gesprächspartner:innen und natürlich dem Ortsvereinsvorsitzenden Steven Werner und Kai Weber für die Organisation und professionelle Begleitung. Spaß hat’s gemacht!

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