Lebensleistungskonto

Familienarbeit und Ehrenamt mit Einkommen anerkennen 
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Lebensleistung ist viel mehr als "arbeiten gehen".

Das, was wir im Leben wirklich leisten, zeigt sich oftmals nicht am Kontostand. Bisher ist fast ausschließlich der Job, die Erwerbsarbeit, an dem Leistung und Einkommen bemessen werden.

 

Doch wir leisten viel mehr für die Gesellschaft: Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Vereinsarbeit, Nachbarschaftshilfe, Feuerwehr, Ehrenamt… – das hält diese Gesellschaft im Kern zusammen. Dafür können wir uns jedoch nichts kaufen, obwohl viele von uns weniger arbeiten, um das alles zu schaffen.

 

Bei Frauen sind es durchschnittlich 4,5 Stunden täglich, die sie in Familienarbeit und Ehrenamt investieren, während sie gleichzeitig im Beruf Teilzeit arbeiten. Wir müssen die meiste Arbeit unseres Lebens in der mittleren Lebensphase leisten, Karriere aufbauen, sich um die Familie kümmern. In dieser Zeit benötigen wir gleichzeitig das meiste Geld für Familie, Hausbau, größeres Auto. Aber erst in späteren Jahren haben wir meist durch Berufserfahrung das höhere Einkommen und auch mehr Zeit, weil die Kinder aus dem Gröbsten raus sind.

 

Ein #Lebensleistungskonto könnte die Gerechtigkeit zwischen bezahlter Arbeit und der Arbeit für das Gemeinwesen über alle Lebensphasen hinweg herstellen.

Frauen leisten täglich im Schnitt 4,5 Stunden unbezahlte Arbeit in Haushalt, Familie mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen oder für Vereins- oder Wohltätigkeitsarbeit.

Oftmals sind sie deshalb in Teilzeit beschäftigt, sind von Karriere- und Einkommensentwicklung abgekoppelt, erhalten weniger Rentenpunkte und sind 20 % häufiger von Altersarmut bedroht als Männer, insbesondere als Alleinerziehende. Diese Arbeit kommt allerdings der Gesellschaft und der Volkswirtschaft unmittelbar zugute.
Ebenso natürlich wie auch die ehrenamtliche Arbeit von Männern. Allerdings sind die Tätigkeiten der Männer wesentlich häufiger mit Aufwandsentschädigungen und sozialer Anerkennung verbunden, beispielsweise im sportlichen Ehrenamt im Verein, in der Freiwilligen Feuerwehr oder als Mandatsträger auf kommunaler Ebene.

 

Finanzielle Anerkennung von Sorgearbeit und Ehrenamt

Die Leistungen für die Gesellschaft und die Volkswirtschaft sind also ungleich höher als sich das in der Einkommens- und Rentensicherheit insbesondere von Frauen niederschlägt.Aus meiner Sicht ist ein #Lebensleistungskonto der richtige Weg, um eine richtige Relation zwischen Leistung und Einkommen abzubilden. In diesem zählt neben dem Erwerbseinkommen auch Haus-, Sorge- und Ehrenamtsarbeit einkommens- und rentenrelevant mit einem festzulegenden Stundenkontingent und Stundensatz.

 

Arbeit und Einkommen den Lebensphasen anpassen

Für die meisten Menschen, insbesondere diejenigen, die sich für Kinder und die Pflege von Angehörigen im eigenen Zuhause entscheiden, ballen sich die Aufgaben und Herausforderungen in der Lebensphase etwa zwischen 25 und 55 Jahren – gleichzeitig muss das Haus gebaut und bezahlt, die Karriere u.a. durch Mehrarbeit aufgebaut und gleichzeitig darf die Familie nicht zu kurz kommen – um den Preis von wenig Schlaf, blanken Nerven und aufgrund von Stress trotz glücklicher Umstände geringer empfundener Lebensqualität. Jenseits der 50 steigt dann in der Regel das Einkommen merklich. Jetzt wäre es je nach Tätigkeit vielleicht auch möglich, 45 Stunden zu arbeiten. Viele, insbesondere gut ausgebildete Menschen möchten sehr gerne über den 65sten oder 67sten Geburtstag hinaus ihre Kompetenz und Erfahrung weiter einbringen, auf dem Laufenden bleiben und auch die sozialen Kontakte weiter pflegen, in Teilzeit. Die Arbeitszeit eines Vollzeitangestellten beträgt durchschnittlich ca. 1.556 Stunden im Jahr. Gerechnet auf eine Lebensarbeitszeit von 45 Jahren für den vollen Rentenerwerb macht das rund 70.000 Stunden aus. Warum sollen wir sie nicht besser anhand von Lebensentwürfen und Lebensphasen verteilen?

Die Zukunft von Arbeit wird sich mit einem höheren Maß an Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz wandeln. Gleichzeitig definieren die nachwachsenden Generationen sich nicht mehr vorrangig über ihre Arbeit. Ab 2050 wird es aufgrund der Alterspyramide im jetzigen Modell zu wenig Arbeitskräfte im aktiven Erwerbsleben geben. Wie teilen wir also in Zukunft das Leben zwischen Familie, Freizeit, Arbeit ein, damit weiterhin auskömmliches Leben und eine attraktive Lebensplanung möglich ist?

 

#Lebensleistungskonto

Mit dem #Lebensleistungskonto wäre es möglich, Arbeitszeit und Einkommen nach Lebensphasen so zu steuern, dass die persönliche Lebensplanung optimal unterstützt wird. Ja, man wird Leistung anders bewerten müssen und über andere Modelle der Bezahlung nachdenken müssen. Aber Menschen brauchen in der Familienphase mehr Geld und mehr Zeit als im Alter – und im Alter mehr sozialen Kontext und Herausforderung, solange es eben Freude bereitet und körperlich nicht zu anstrengend ist.

#TeamAriane

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