mobil machen

Verkehrswende braucht dichtes ÖPNV-Angebot 
bis zur letzten Meile
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das Auto durch gute Angebote verzichtbar machen.

Moderne Mobilitätsanforderungen und Lebensqualität mit nachhaltigem Verkehrsverhalten in Übereinstimmung zu bringen, fordert gute Anbindungen an den ÖPNV mit kurzen Taktungen – auch auf der letzten Meile. Und das sowohl stadtnah als auch und erst recht in den stadtferneren Regionen.

 

Verkehr ist künftig die größte städtebauliche Herausforderung für Städte

Aufgrund des Zuzuges und der fehlenden Anbindung der sogenannten letzten Meile haben alle Speckgürtel-Kommunen erhebliche Probleme mit der Organisation der Verkehrsströme. Verkehr ist in Zukunft eine der größten städtebaulichen Herausforderungen – in der Stadt wie auch auf dem Land.

Wenn die Taktung zu lang ist, Bahnhöfe nicht mal zu Stoßzeiten in kurzer Frequenz angefahren werden, Busse nicht fahren können, weil Wirtschaftlichkeit das Credo ist – nehmen die Menschen halt das Auto, nicht nur aus Bequemlichkeit, auch weil außerhalb von Stoßzeiten, am Abend, am Wochenende einfach „nichts mehr fährt“.

 

Auto: Es geht zumeist noch nicht ohne!

Aktuell ist das Auto insbesondere auf dem Land existenziell, um das tägliche Leben, Einkaufen, Arztbesuche und auch mal die Teilnahme an einer Lesung oder einem Konzert im nächsten Ort zu ermöglichen. Individualverkehr ist unökologisch? Kann sein, aber dort, wo es kein ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz bis in den Abend und am Wochenende und bis wenigstens rund einen Kilometer von meiner Wohnung entfernt gibt, dort bin ich auf ein Auto angewiesen. Und das muss bezahlbar bleiben. Basta.

Und doch muss es das Ziel sein, den Verkehr aus den Wohngebieten und Innenstädten herauszubekommen. Einerseits durch beschleunigten Bau der dringend notwendigen Umgehungsstraßen im Norden Oberhavels und in Falkensee. Der Verkehr erstickt ziemlich wörtlich die Lebensqualität im Feinstaub, auch weil Straßen und Plätze zugeparkt sind und Fahrradfahren gefährlich wird.

 

Verkehrswende? Ja! Und Jetzt! Doch es ist unabdingbar, zuerst das Angebot zu schaffen

Doch am Ende kann die Lösung nur in einem funktionierenden Schienen- und Radgebundenen ÖPNV liegen, mit einer pendlergerechten Taktung und der auch die letzte Meile, vom Bahnhof bis ins Wohngebiet leistet. Autonomes Fahren, genossenschaftlich organisiertes Transportwesen, E-Car- oder E-Bike Sharing… vieles ist denkbar, aber das meiste nicht ohne staatliche Unterstützung machbar.

Verkehrswende? Ja! Und Jetzt! Sie hängt aber elementar von Investitionen des Bundes in die öffentliche Verkehrsinfrastruktur ab. In diesem Fall ist die Frage nach Huhn oder Ei klar zu beantworten: Nur ein gutes Angebot – und sei es auch erst mal nicht rentierlich – wird die Menschen zum Umstieg auf ÖPNV und Rad bewegen.